Wer an Hochzeiten denkt, denkt an Juni. Die Monate von Mai bis September sind ausgebucht, die Preise auf dem Höhepunkt, und wer kurzfristig plant, bekommt oft nur noch Restposten. Dabei hat die kalte Jahreszeit Vorzüge, die selten jemand aufzählt.

Verfügbarkeit statt Warteliste
Der größte praktische Vorteil ist banal: Es ist etwas frei. Locations, die im Sommer zwei Jahre im Voraus vergeben sind, haben im Januar Termine. Dasselbe gilt für Fotografen, Musiker und Floristen. Wer im Winter feiert, bekommt häufiger seine erste Wahl statt der dritten.
Dazu kommt der Preis. Viele Häuser arbeiten mit Nebensaison-Konditionen. Der Unterschied liegt oft im deutlich spürbaren Bereich, ohne dass an der Leistung gespart wird.
Die Stimmung ist eine andere
Ein Wintertag hat nur wenige Stunden Tageslicht. Was zunächst nach Einschränkung klingt, ist gestalterisch ein Geschenk: Kerzen, warme Lichterketten und ein Kaminfeuer wirken ab drei Uhr nachmittags, nicht erst um zehn. Die Feier bekommt früher ihren eigenen Rahmen.
Auch die Farbwelt verschiebt sich. Tiefes Grün, Beerentöne und Gold wirken im Winter selbstverständlich, wo sie im Hochsommer bemüht aussähen.
Worauf zu achten ist
- Licht für die Fotos. Sprechen Sie früh mit dem Fotografen über die Zeitplanung. Paarfotos brauchen Tageslicht, und das endet im Dezember gegen halb vier. Die Trauung entsprechend früh ansetzen.
- Anreise. Glätte und Schnee sind planbar, wenn man sie mitdenkt. Eine Location, die auch bei schlechtem Wetter gut erreichbar ist, nimmt Druck aus dem Tag.
- Garderobe. Eine gute Ablagemöglichkeit für Mäntel wird im Sommer nie gebraucht und im Winter sofort.
- Wärme im Übergang. Wenn Trauung und Feier an verschiedenen Orten stattfinden, sind Decken oder ein warmes Getränk beim Empfang mehr als Deko.
Der ehrliche Nachteil
Draußen feiern fällt weg. Wer den Sektempfang im Garten und die Feier unter freiem Himmel möchte, wird im Winter nicht glücklich. Alles muss drinnen funktionieren, und das heißt: Der Raum muss die Gästezahl wirklich fassen, nicht nur rechnerisch.
Wer damit leben kann, bekommt einen Tag, der sich von den meisten anderen unterscheidet. Und das ist bei Hochzeiten selten ein Nachteil.